Therapie der Mukositis
Bei der Therapie der Mukositis ist es von allergrößter Bedeutung, dem Patienten so viel Lebensqualität wie möglich zu gewährleisten. Muss z. B. die Chemo- bzw. Strahlentherapie aufgrund von nicht mehr tragbaren Schmerzen und Einschränkungen in ihrer Dosis reduziert oder gar abgebrochen werden, kann das Primärziel, die Bekämpfung des Krebses, nicht erreicht werden.
Da der Heilungsprozess daher erst nach Beendigung der Chemo- bzw. Radiotherapie einsetzen kann, muss sich die Behandlung der Mukositis auf die Linderung der Beschwerden, Verhinderung von Infektionen sowie die Gewährleistung der Nährstoffversorgung des Patienten beschränken.
Die Bekämpfung der Schmerzen durch den Einsatz von schmerzstillenden Medikamenten (Analgetika) oder auch in besonders schweren Fällen die Verabreichung von Morphinen steht hier im Vordergrund. In leichteren Fällen kann das Aufbringen eines speziellen Gels auf die Mundschleimhaut die freiliegenden Nervenenden abschirmen und so die weitgehend schmerzfreie Nahrungsaufnahme ermöglichen. Sollten Infektionen mit Bakterien oder Pilzen vorhanden sein, werden diese gegebenenfalls mit Antibiotika oder Antimykotika behandelt.
Prophylaxe
Die Mukositis ist eine bekannte und häufig vorkommende Nebenwirkung z. B. von Therapien zur Krebsbekämpfung. Daher empfiehlt es sich, vor einer geplanten Chemotherapie oder einer Strahlentherapie im Kopf-/Halsbereich einige Maßnahmen zur Vorbeugung durchzuführen, welche zwar die Entstehung der Mukositis nicht vollständig verhindern können, jedoch zu einer Abkürzung der Dauer oder auch zur Abschwächung der Ausprägung der Erkrankung beitragen können.
Es empfiehlt sich, vor einer Behandlung die Mundhöhle und die Zähne kontrollieren zu lassen, um bestehende Entzündungsherde zu bekämpfen, damit die Bakterienbelastung des Mundraums möglichst gering gehalten werden kann. Spülungen mit desinfizierenden, milden, alkoholfreien und auch pflegenden Lösungen können ebenfalls hilfreich sein. Prothesen sollten wegen eventueller Druckstellen möglichst nur zu den Mahlzeiten angelegt werden, um die Reizungen der Mundschleimhaut zu verringern.
Auch die Kryotherapie kann dazu beitragen, keine oder eine lediglich milde Entzündung der Schleimhaut zu erreichen. Hierbei wird während der Chemotherapie (v.a. mit 5-Fluorouracil) die Mundschleimhaut durch das Lutschen von Eiswürfeln gekühlt, um den Stoffwechsel der Zellen zu verlangsamen. Dadurch soll die Konzentration der Medikamente in den Zellen der Mundschleimhaut möglichst gering gehalten werden.
Der Wirkstoff Palifermin, ein Wachstumsbeschleuniger speziell für Schleimhautzellen, kann u. U. das Auftreten, die Schwere und die Dauer der Erkrankung positiv beeinflussen. Das Medikament wird vor und nach der Therapie intravenös verabreicht. Die Entwicklung der Erkrankung kann zwar dadurch nicht verhindert, ihr Verlauf jedoch ggf. abgekürzt, die Verwendung von Schmerzmitteln reduziert und häufiger auf künstliche Ernährung verzichtet werden.
Nicole Breuer
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