Diagnose der Mukositis

Im Anamnesegespräch sollte der Patient den Arzt darüber informieren, ob und wenn ja welche bereits diagnostizierten Erkrankungen vorliegen und wie diese ggf. therapiert werden, da ein Zusammenhang mit den aktuellen Symptomen bestehen kann.

Die Diagnose der Mukositis stützt sich darüber hinaus hauptsächlich auf die Begutachtung der Symptome. Bei einer Schleimhautentzündung im Magen-Darmbereich kommt es zu Schmerzen, Erbrechen und Durchfällen. Hat sich der Patient zuvor einer chemotherapeutischen Behandlung unterzogen, kann man davon ausgehen, dass er unter einer Mukositis im Bereich des Gastrointestinaltraktes leidet.

Bei der häufig vorkommenden oralen Mukositis, auch Stomatitis genannt, klagt der Patient im Anfangsstadium über das Gefühl des Wundseins in der Mundhöhle, später über Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme.

Bei der Diagnose der oralen Mukositis muss auch in Erfahrung gebracht werden, ob vor Kurzem eine chemotherapeutische Behandlung erfolgt ist, da sich die typischen Symptome zumeist 5-8 Tage nach Beginn der Chemotherapie zeigen, oder ob vor längerer Zeit eine Strahlentherapie im betroffenen Bereich begonnen wurde.

In diesem Fall zeigen sich die Symptome zumeist erst ca. 2 Wochen nach Beginn der Behandlung. Bei der darauffolgenden eingehenden Untersuchung der Mundschleimhaut des Patienten wird diese auf Rötungen, Schwellungen, Geschwüre und offene Stellen (Mundulzera) hin untersucht.

Klassifikationssystem der WHO

Zur Beurteilung der Merkmale einer oralen Mukositis hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Schema zur Klassifikation der Symptome erstellt. Die Einteilung und die Dokumentation der verschieden starken Ausprägungen der oralen Mukositis können in 4 Stadien eingeordnet werden:

Die Einordnung in das Stadium 0 bedeutet, dass der Patient keine Symptome einer Mukositis zeigt. Wird bei der Untersuchung festgestellt, dass die Mundschleimhaut gerötet ist und der Patient über Wundsein berichtet, befindet sich die Entwicklung der Mukositis im Stadium 1.

Entstehen auf der geröteten Mundschleimhaut flache Geschwüre, der Patient kann jedoch trotz Schmerzen noch feste Nahrung zu sich nehmen, erfolgt eine Einordung der Erkrankung in das Stadium 2. Im Stadium 3 klagt der Patient über starke Schmerzen und kann nur noch flüssige oder pürierte Nahrung zu sich nehmen. Es haben sich tiefere Geschwüre in der Mundschleimhaut gebildet und Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze können unter Umständen auftreten.

Im schwersten Fall der Mukositis, dem Stadium 4, sind die Geschwüre und offenen Stellen in der Mundhöhle so ausgedehnt und die Schmerzen für den Patienten so stark, dass jegliche Nahrungsaufnahme über den Mund unmöglich geworden ist und er künstlich ernährt werden muss.

Vor allem in diesem Fall ist das Risiko für schwere Infektionen durch die in der Mundhöhle natürlicherweise vorhandenen Keime sehr stark erhöht, da die Schleimhaut ihre Schutzwirkung nicht mehr wahrnehmen kann und die offenen Wunden in der Mundhöhle eine ideale Eintrittspforte für Bakterien, Viren und Pilze bilden.

Nicole Breuer

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