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Worum geht es bei Mukositis?

Die Schleimhäute übernehmen verschiedene Aufgaben im Bereich von Nase, Mund, Magen oder Darm. Entzünden sie sich, spricht man von einer Mukositis. Eine Mukositis im Mundraum kann zu Infektionen führen. Neben den Lebensumständen und dem Alter kann auch eine Krebstherapie bei der Entstehung einer Mukositis eine Rolle spielen. So können Chemo- oder Strahlentherapie zu einer Schädigung der umliegenden Schleimhaut führen. Eine immunsupressive Therapie kann das Immunsystem angreifen und somit das Risiko für Infektionen erhöhen.

Als Mukositis wird eine Entzündung der Schleimhaut (Mukosa) bezeichnet. Schleimhäute sind Gewebe, die die inneren Organe bedecken und beispielsweise in Nase, Mund, Magen und Darm zu finden sind. Sie erfüllen unterschiedliche Funktionen. Im Bereich der Mund- und Nasenhöhle sorgen sie für die wichtige Befeuchtung und Schutz vor äußeren Einflüssen wie z.B. vor Keimen.

Schleimhautzellen haben eine hohe Regenerationsrate, d.h. sie teilen und erneuern sich in relativ kurzen Abständen, wobei ihre Lebensdauer etwa 10 – 14 Tage beträgt. Gerade deswegen kann eine Mukositis z.B. als Nebenwirkung von Chemo- und Strahlentherapien im Rahmen von Krebsbehandlungen auftreten.

Bei immunsupprimierten (abgeschwächte Immunreaktion) Patienten treten aufgrund der geschwächten Abwehr des Körpers in der Folge gehäuft Infektionen mit Pilzen, Viren oder Bakterien auf, die Entzündungen der Mund-, Rachen und Speiseröhrenschleimhaut hervorrufen können.

Zur Behandlung von bösartigen Tumoren wird versucht, die erkrankten Zellen an der Teilung zu hindern und im günstigsten Falle zu zerstören. Da sich Tumorzellen zumeist in kürzeren Abständen teilen als die Zellen des umliegenden Gewebes, können die zellwachstumshemmenden Medikamente (Zytostatika) der Chemotherapie auf den Lebenszyklus der Krebszellen einwirken.

Die Wirksamkeit der Chemotherapie setzt also bei einer hohen Zellteilungsrate an und versucht, diese einzudämmen. Deshalb betrifft die Wirkung der Chemotherapie auch Gewebe, die nicht erkrankt sind, aber dennoch eine hohe Zellteilungsrate aufweisen, wie die Schleimhäute, das Knochenmark oder auch die Zellen, die für das Haarwachstum verantwortlich sind.

Die Strahlentherapie zielt darauf ab, das Tumorgewebe maximal zu schädigen, gleichzeitig aber auch, gesundes Gewebe maximal zu schonen. Hierbei werden elektromagnetische Strahlen bzw. Teilchenstrahlen möglichst direkt auf das erkrankte Gewebe gerichtet. Besonders bei der Bestrahlung im Kopf- und Halsbereich kann es hier jedoch auch zu Schädigungen der benachbarten Schleimhautzellen kommen.

Bei bestimmten Erkrankungen erhalten Patienten eine immunsuppressive Therapie, die die Schlagkraft des körpereigenen Immunsystems herabsetzt. Durch diesen Eingriff in das Immunsystem wird als unerwünschter Nebeneffekt u. a. das Infektionsrisiko erhöht, wodurch Schleimhautentzündungen begünstigt werden.
Eine Mukositis, umgangssprachlich Schleimhautentzündung, kann generell jede Art von Schleimhaut betreffen, jedoch sind es in der Regel die Mundschleimhaut und die Schleimhäute des Verdauungssystems.

Entsteht eine Mukositis der Mundschleimhaut kann es im schlimmsten Fall zur Ablösung der Schleimhaut, Bildung von offenen Stellen und nachfolgenden Infektionen im Mundbereich kommen, was zu erheblichen Schmerzen und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme führen kann.

Bei Patienten mit einem schlechten Allgemein- und Ernährungszustand, einem höheren Lebensalter und bereits bestehenden Problemen im Mundbereich (z. B. Parodontose, schlecht sitzende Prothesen) besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, an Mukositis zu erkranken.

Eine Mukositis kann auch als Nebenwirkung von onkologischen Therapien auftreten, wobei bei einigen chemotherapeutischen Wirkstoffen das Risiko, eine Mukositis zu entwickeln, erhöht scheint.

Gefährdet sind insbesondere auch Patienten, die aufgrund einer bestimmten Erkrankung eine immunsuppressive Therapie erhalten: Organtransplantierte, Patienten mit Autoimmunerkrankungen bzw. Fehlfunktionen des Immunsystems, Patienten mit nicht-autoimmunen Entzündungsreaktionen (z. B. mit schwerem allergischem Asthma).

Weitere häufig von Mukositis betroffene Patientengruppen sind z. B. stark dehydrierte Personen sowie Patienten, die auf eine Gabe von Sauerstoff angewiesen sind. Diese kann u. a. die Schleimhäute austrocknen. Darüber hinaus sind Patienten mit Magensonden betroffen.

 
Nicole Breuer

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